Ein Bericht über die Kirchentagsvorfahrt
„…da wird auch dein Herz sein“ (Matthäus 6,21) ist das Leitwort des diesjährigen Kirchentages in Dresden, und genau in dieser Stadt war ich von Freitag, 25. Februar, bis Sonntag, 27. Februar 2011.
Als diesjährige Schülerreporterin hatte ich die Möglichkeit, schon vorab mit dem Landesausschuss Wetfalen nach Dresden zu fahren, um die Stadt und die Veranstaltungsorte zu besichtigen.
Verabredet war, dass wir uns am Freitagmorgen mit dem ICE in Richtung Dresden begeben. Bahnstreiks setzten unseren Reiseplan aber außer Kraft. Glücklich, überhaupt abfahren zu können, nahmen wir einen Regionalexpress, in der Hoffnung, in Hannover auf den Rest des Ausschusses und die anderen vier Kirchentagsreporter zu treffen. In Hannover erreichten wir dann pünktlich unseren Anschlusszug. Unsere Gruppe war nun vereint, allerdings hörten damit die Komplikationen nicht auf, sodass wir am Ende mit zwei Stunden Verspätung Dresden erreichten. Durch die Verspätung konnten wir unseren ersten Programmpunkt, einen Besuch im Hygiene-Museum, nicht mehr wahrnehmen. Direkt nach dem Einchecken im Hotel mussten wir nun zum Kabarett-Theater „Herkules Keule“ aufbrechen. Das Solo-Stück „Der letzte Schrei“ von Birgit Schaller war sehr amüsant. Dadurch löste sich die Anspannung der Fahrt und die Stimmung lockerte sich sehr.
Am nächsten Tag besuchten wir die Geschäftsstelle des Kirchentages, in
der wir nach einer sehr netten Begrüßung die ersten Informationen über
den Kirchentag bekamen.
Wichtig zu wissen ist, dass Dresden für eine den Kirchentag ausrichtende
Stadt recht klein ist. Nachdem man aber in Bremen gute Erfahrungen mit
einer etwas kleineren Großstadt gemacht hatte, wagt man nun, den
Kirchentag in Dresen stattfinden zu lassen. Der Vorteil bei einer Stadt,
die kleiner ist als Berlin, Hamburg oder Köln, liegt auf der Hand: Alle
Veranstaltungsorte sind fußläufig erreichbar. Dies macht den Wechsel
zwischen verschiedenen Veranstaltungen um einiges leichter. Zudem wird
es zusätzliche Fahrradwege geben, die die Fortbewegung noch schneller
machen. Des Weiteren werden auch Shuttlebusse eingesetzt. Verschiedene
Teile der Innenstadt werden während des gesamten Kirchentags für Autos
gesperrt sein.
Das Programm sieht in groben Zügen wie folgt aus:
Am Mittwoch wird es wie jedes Mal einen großen Eröffnungsgottesdienst
geben, der am Elbufer stattfinden wird. Daran schließt sich auch diesmal
wieder ein „Abend der Begegnung“ am Rande des Elbufers an. Der
Donnerstag, Freitag und Samstag fangen immer mit einem Morgengebet an.
Danach kann man an verschiedenen Bibelarbeiten teilnehmen oder z. B. zum
„Markt der Möglichkeiten“ gehen, auf dem es verschiedene Stände geben
wird.
Der Mittag wird mit dem Mittagsgebet eingeläutet. Am Nachmittag hat man
wie am Vormittag die Wahl zwischen verschiedenen kulturellen
Ereignissen, die religiöse, aber auch politische oder künstlerische
Themen betreffen. Am Abend gibt es meist kulturelles Programm wie z. B.
Konzerte oder Kabarettveranstaltungen etc. Viele wird freuen, dass die
Wise Guys auch dieses Jahr wieder ein Konzert geben. Zum Abschluss eines
Tages hat man die Möglichkeit, an einem Nachtgebet teilzunehmen. All
diese verschiedenen Programmpunkte sind natürlich frei kombinierbar. Den
Abschluss stellt ein großer Gottesdienst dar, bei dem besonders
interessant ist, dass die Bühne auf der Elbe sein wird und die Gäste
sich links und rechts an den Uferseiten niederlassen können.
Es gibt dieses Jahr drei große Themenbereiche (Theologie und Glaube, Gesellschaft und Politik, Welt und Umwelt), zu denen es verschiedene Veranstaltungen geben wird. Besonders wichtig werden dieses Jahr die Themen der Klimaerwärmung und des bewussten Konsums genommen, wie auch Rassismus, da Sachsen eine hohe Zahl an Mitgliedern extrem rechter Gruppierungen hat.
Eine Besonderheit des diesjährigen Kirchentages ist die enge Zusammenarbeit mit vielen osteuropäischen Staaten, wie z. B. Tschechien oder Polen. Deshalb wird es auf dem „Markt der Möglichkeiten“ auch Stände aus diesen Ländern geben. Neben vielen Chören wird auch eine tschechische Popband auftreten. Aufgrund dieser Ausrichtung wird eine hohe Teilnehmerzahl aus osteuropäischen Ländern erwartet.
Insgesamt scheint auch dieser Kirchentag eine bunte Mischung aus verschiedenen Programmpunkten zu sein. Die Veranstalter rechnen dieses Jahr mit ca. 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Nach dem Besuch in der Geschäftsstelle haben wir uns im Zuge einer Stadtführung die verschiedenen Veranstaltungsorte sowie die historische Innenstadt angeschaut. Da das Wetter sonnig und der Himmel wolkenfrei war, ist mein Bild von der Stadt durchweg positiv. Insgesamt gehe ich davon aus, dass auch dieser Kirchentag in Dresden ein voller Erfolg wird. Eine Teilnahme wird sich für alle lohnen!
Weitere Informationen unter www.kirchentag.de.
Jetzt gibt es das vollständige Programm im Internet.

