Der Wasserturm – Nahariyas WahrzeichenIm Zeitraum vom 21. April bis zum 6. Mai 2011 besuchten 23 Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Heepen, dem Cecilien- und dem Helmholtz-Gymnasium Bielefelds Partnerstadt Nahariya in Israel

Fabian Neumann und Lennard Naumann berichten.

Donnerstag, 21.04.2011 – Flug nach Israel
Wir trafen uns am Morgen des 21.04.2011 um 3.45 Uhr auf dem Parkplatz des Heeper Gymnasiums. Nachdem wir unsere Eltern verabschiedet und unser Gepäck im Bus verstaut hatten, ging die Reise endlich los. Um 6 Uhr kamen wir schließlich – nach einer sehr ruhigen Fahrt, weil die meisten vor dem doch noch sehr langen und anstrengenden Tag etwas Schlaf erhaschen wollten – am Düsseldorfer Flughafen an. Der Start erfolgte dann um 8.40 Uhr. Nach einem etwa vierstündigen Flug landeten wir in Tel Aviv.

Begrüßung auf dem FlughafenNachdem wir die sehr strengen, aber für Israel üblichen Sicherheitskontrollen hinter uns gelassen hatten, wurden wir von unseren Austauschpartnern mit Plakaten und Luftballons begrüßt. Die Wiedersehensfreude war zum Teil so euphorisch, dass das Security-Personal eingreifen musste, weil einige Israelis versehentlich in die Sicherheitszone gelaufen waren.

Auf der anschließenden circa zweistündigen Busfahrt nach Nahariya unterhielten wir uns alle mit unseren Austauschpartnern, spielten Spiele und machten andere lustige Dinge. Nachdem wir in Nahariya angekommen waren und als der Bus vor dem örtlichen Stadion (dem allgemeinen Treffpunkt) hielt, begrüßten wir unsere Gastfamilien und fuhren auch schon kurze Zeit später in unser neues Zuhause. Am Abend trafen wir uns am Strand, um dort den ersten Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Freitag, 22.04.2011 – Haifa

Der zweite Tag in Israel startete gleich um 7 Uhr morgens mit einem Tagestrip nach Haifa, einer Nachbarstadt von Nahariya. Zuerst machten wir einen Halt in der von Templern aus Deutschland gebauten deutschen Kolonie, die sich durch ihre roten Satteldächer von dem Rest der Stadt unterscheidet, und kamen an der WIZO-Hochschule für Kunst und Design vorbei.

Haifa: Die Bahai-GärtenDann besuchten wir die Bahai-Gärten. Die Bahai-Gärten sind eine riesige Gartenanlage mit einem Schrein der Bahai, einer im 19. Jahrhundert entstandenen Glaubensgemeinschaft. Die gepflegten Gärten, die von freiwilligen Bahai instand gehalten und gepflegt werden, sind komplett symmetrisch und mit sehr viel Liebe zum Detail angelegt. Unsere Führung durch die Gärten begann am obersten Ende der Anlage, auf der neunzehnten Terrasse. Nachdem wir jedoch auf der mittleren Terrasse angekommen waren, mussten wir unsere Führung aufgrund des einsetzenden Regens noch vor dem Highlight – dem großen Schrein – abbrechen, weil die Steinplatten der Wege zu rutschig geworden waren. Danach stiegen wir schnell in unseren Bus, um dem Regen zu entkommen.
 

Universität Haifa: Hecht-MuseumIn der Universität von Haifa besuchten wir das Hecht-Museum mit seinen archäologischen Exponaten und genossen anschließend den Ausblick vom Dach der Hochschule auf die Städte Haifa, Akko und (Richtung) Nahariya.

Später fuhren wir dann durch das Karmel-Gebirge nach Dalet El Karmel, einem Drusendorf. Den Schabbat-Abend verbrachten wir in unseren Familien.
 
 

Sonnabend, 23.04.2011 – Tag in den Familien

Rosch HanikraRosch HanikraDer Sonnabend war Familientag. Viele waren mit ihren Familien in Rosh Ha’Nikra. Dort gibt es riesige Sandsteinhöhlen, die das Mittelmeer ausgewaschen hat. Am Abend trafen wir uns dann wieder in der Innenstadt von Nahariya, um Joghurt zu essen und danach an den Strand zu gehen.
 
 

Sonntag, 24.04.2011 – Galiläa

Berg der SeligpreisungenDen vierten Tag unserer Reise verbrachten in Galiläa am See Genezareth. Morgens fuhren wir mit dem Bus zum Berg der Seligpreisungen. Dort angekommen, genossen wir zuerst den Ausblick, hörten die Seligpreisungen aus der Bergpredigt und sangen zwei Lieder.

Wir gingen von dort aus hinunter zum Kinneret (See Genezareth), wo wir eine kurze Pause machten, die einige für ein nicht vorhergesehenes, aber zum heißen Wetter des Tages passendes Bad im Kinneret nutzten.

Als nächstes besuchten wir die Brotvermehrungskirche in Tabgha, die sowohl durch die jahrhundertealten Mosaike am Boden als auch durch die phantastische Akustik besonders war. Die neue Osterkerze brannte und wir sangen vierstimmig Taizé-Gesänge.

KapernaumWeiter fuhren wir nach Kapernaum, dem Fischerdorf, das besonders mit Jesus verbunden ist. Dort hatten wir nach einer kurzen Instruktion Zeit, um die Ruinen zu erforschen.

Bootsfahrt auf dem See GenezarethAm frühen Nachmittag fuhren wir mit einem Boot über den Kinneret und genossen den Ausblick zu den umliegenden Bergen und den leichten Wind, der uns bei den ungewöhnlich heißen Temperaturen sehr gut tat. Nach circa einer Stunde war die Bootstour schon wieder vorbei und wir fuhren zurück zum Ausgangspunkt. Von dort aus ging es zurück nach Nahariya.

Den Pessachabend verbrachten wir alle zuerst in den Familien und später auch mit unseren Austauschpartnern bei heißer Schokolade, Kaffee oder Tee in einem örtlichen Café.

 
 

Montag, 25.04.2011 – Memuna

Der Montagmorgen war frei und die meisten nutzten ihn, um ihren Schlafmangel der letzten Tage wettzumachen oder den Morgen am Strand zu verbringen. Am Abend trafen wir uns dann bei Ron, um seinen Geburtstag zu feiern und von dort aus zu Raz zu gehen, um das Memuna-Fest (ein Fest der marokkanischen Juden) zu feiern. Bei Raz endete dann auch der Tag in einer geselligen Runde.

Dienstag, 26.04.2011 – Israel-Museum und Yad Vashem

Israel-MuseumUm 7 Uhr morgens begann unsere fünftägige Fahrt nach Jerusalem und En Gedi am Toten Meer.

Wir trafen uns also um 7 Uhr am Morgen, um mit dem Bus nach Jerusalem aufzubrechen. Nach einer circa zweieinhalbstündigen Fahrt hielt unser Bus dann vor dem Israel-Museum in Jerusalem. Nach einer kurzen Sicherheitskontrolle, wie sie in vielen Museen, Malls und Märkten üblich ist, konnten wir das große Museumsgelände betreten. Zuerst gingen wir zusammen mit unserem Guide, einer Kunsthistorikerin, die uns durch das gesamte Museum, das aus vielen kleinen Museen besteht, führte, zu einem riesigen Modell Jerusalems zur Zeit des zweiten Tempels. Nach einer kurzen Erkundungstour durch das antike Jerusalem ging es weiter zur wohl spektakulärsten Attraktion des Museums: dem Schrein des Buches. Der Schrein des Buches ist ein Gebäude, in dem – größtenteils unter der Erde – die 1947 in Qumran gefundenen Schriftrollen liegen. Nachdem wir die 2000 Jahre alten Schriftrollen bestaunt hatten und ein kleiner Teil von Herrn Fabritz übersetzt woren war, gingen wir weiter zu dem Teil des Museums, in dem Werke israelischer Künstler ausgestellt werden. So konnten wir einen Einblick in Fragen gewinnen, mit denen sich israelische Künstler heute auseinandersetzen. Nachdem uns eine kleine Auswahl von Installationen und Bildern vorgestellt worden war, hatten wir noch ein wenig Zeit, uns weitere Kunstwerke anzuschauen. Als nächstes besuchten wir drei Synagogen, die in Surinam, Deutschland und Italien abgebaut und im Israel-Museum 1 zu1 wieder aufgebaut wurden. Hier konnten wir sehen, wie jüdische Identität in der Weiterführung der Traditionen sich je nach Land unterschiedlich darstellt. Nach dem Besuch der Synagogen hatten wir noch einmal ein wenig Zeit, uns umzusehen.

Vom Israel-Museum fuhren wir mit unserem Bus zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Bei unserer Ankunft sahen wir gleich das neugestaltete Museum, das wie ein Pfeil in den Berg, auf dem die Gedenkstätte angelegt ist, gerammt worden ist.

Der erste Punkt unserer Tour durch die Gedenkstätte war die „Allee der Gerechten unter den Völkern“. Mit den Gerechten unter den Völkern sind nichtjüdische Personen und Organisationen gemeint, die sich dem Nazi-Regime widersetzten, um Juden zu retten. Wichtig ist hierbei, dass der Gerechte kein Geld oder eine andere Bezahlung für die Rettung nahm. Wenn diese und weitere Bedingungen erfüllt sind, erhält der Gerechte einen eigenen Baum mit einer kleinen Tafel daneben, auf der sein Name und sein Herkunftsland stehen. Berühmte Namen sind unter anderem Oskar Schindler, Chiune Sugihara, Berthold Beitz oder Giorgio Perlasca.

Yad Vashem: Denkmal für Janusz KorczakWir verbrachten einige Minuten in der Allee und hörten die Geschichte einiger Gerechter unter den Völkern. Anschließend ging es in das Museum zur Geschichte des Holocaust. In dem Museum wird die Geschichte der Judenverfolgung mithilfe von Videos, Fotografien, Exponaten, Dokumenten und auch Kunstwerken dargestellt. Am Ende des Museums angekommen, genossen wir für ein paar Minuten den Blick ins Freie, den Ausblick auf Jerusalem, bis wir dann zum Denkmal der ermordeten Kinder aufbrachen. Das Denkmal ist in einem unterirdischen Raum angelegt, der nur von fünf Kerzen beleuchtet wird, die von schier unendlich vielen Spiegeln gespiegelt werden und so als unendlich viele Kerzen wirken. Es läuft ein Tonband mit der Lesung aller bekannten Kindernamen mit Alter und Herkunft.

Den Abend verbrachten wir im Jugendgästehaus „Beit Yehuda“.

Mittwoch, 27.04.2011 – Stadtrundgang

WestmauerNach einer ungewöhnlich langen und erholsamen Nacht fuhren wir am Morgen zum wohl heiligsten und bedeutendsten Punkt des Judentums – der Westmauer, vielen besser auch als ‚Klagemauer’ bekannt.

Wir gingen zum Platz der Klagemauer und besuchten zunächst ein Museum, das unterirdisch direkt an der Westmauer entlang verläuft und die Geschichte der Mauer und Jerusalems anschaulich werden lässt.

Als wir dann auf der anderen Seite des Tunnels und außerhalb des Sicherheitsbereiches, der um die Klagemauer besteht, herauskamen, wurden wir von dem Geschrei auf dem Markt überwältigt. Die meisten von uns hatten so etwas noch nie erlebt.

Zurück auf dem Platz vor der Klagemauer, gingen wir dann (Jungen und Mädchen getrennt) direkt an die Klagemauer heran und steckten einen kleinen Zettel in die Mauer hinein. Dort besuchten die Jungen zusammen mit unserem kurz vorher eingetroffenen Tourguide Boaz, der uns für den Rest der Fahrt begleiten sollte, eine Synagoge im Wilson-Bogen, direkt an die Westmauer herangebaut. Danach führte Boaz uns alle durch die Altstadt von Jerusalem.

GrabeskircheNachdem also alle genügend Zeit gehabt hatten, den heiligsten Ort der Juden zu sehen und zu erleben, gingen wir ein Stück der Via Dolorosa entlang und besuchten eine Kirche und eine weitere Kreuzwegstation. Bevor wir dann die Grabeskirche besichtigten, gingen wir in kleinen Gruppen auf den arabischen Markt und hatten dort keine ruhige Minute. Überall schrien Verkäufer, die ihre Waren lauthals an den Mann oder die Frau bringen wollten. Das Gerufe artete nach wenigen Sekunden in eine Art Wettkampf aus, bei dem jeder Verkäufer darum kämpfte, die meisten Menschen um seinen Stand herumzuscharen. Sie fragten uns, woher wir kämen, und versuchten uns mit ein paar deutschen Worten an ihrem Stand zu halten und uns etwas zu verkaufen. Als nächstes besuchten wir dann ein wenig gestärkt die Grabeskirche, wo wir Zeit hatten, die mehr als 30 kleinen Kirchen auf eigene Faust zu erkunden. Danach besichtigten wir die Dormitio: Dort wird das symbolische Grab des Königs David verehrt. Ein Stockwerk höher befindet sich der Abendmahlsaal, wo der Überlieferung nach Jesus das letzte Mahl mit seinen Jüngern einnahm. Zum Schluss unseres Stadtrundgangs gingen wir im jüdischen Viertel zum Cardo, dem römischen Markt. Unser Rundgang endete mit einer Rast an einem Falafel-Stand.

Nach dem Abendessen in der Jugendherberge fuhren wir in die Neustadt Jerusalems und ließen den Abend auf der Ben-Yehuda-Street ausklingen.

Donnerstag, 28.04.2011– Knesset und Davidsstadt

Am letzten Tag unseres Aufenthalts in Jerusalem waren wir zuerst in der Knesset, dem israelischen Parlament.

Nach einem kurzen Einführungsfilm über die Geschichte und die Arbeit der Knesset gingen wir auf die Besuchertribüne des Plenarsaals, dessen Sitzordnung in Form einer Menora gestaltet ist. Auch im Chagall-Saal konnten wir sehen, dass die Architektur und die Ausgestaltung des Gebäudes mit vielen Symbolen arbeitet.

Menora vor der KnessetDanach besichtigten wir die Menora, den siebenarmigen Leuchter, von Benno Elkan – direkt vor dem Eingang der Knesset. Anschließend besuchten wir den Rosengarten und den Obersten Gerichtshof, wo Boaz uns die Architektur des Gebäudes und das Rechtssystem Israels erläuterte.

Auf dem MarktDie Mittagspause verbrachten wir auf einem Markt, wo wir eine Art Schnitzeljagd machten (wir suchten Dinge, die uns besonders interessant erschienen, und sprachen Menschen an, die wir sympathisch fanden) und uns für die nächsten Tagestrips durch die Wüste eindeckten.

Kurz nach Mittag und zur heißesten Zeit des Tages fuhren wir zur Davidsstadt, um dort das Tunnelsystem zu besichtigen. Wir dachten alle, dass der Tunnel – wie wir es aus deutschen Schaubergwerken kannten – gut ausgeleuchtet sei. Doch da hatten wir uns getäuscht, denn in dem Tunnel gab es nicht eine einzige Leuchte und dazu kam noch, dass dieser Tunnel teilweise eine Höhe von nur eineinhalb Metern hat und nicht breiter als 70 bis 80 cm ist. Doch alle, die mitgegangen waren, waren sich einig, dass der Gang durch den Tunnel ein Heidenspaß war.

Blick auf Jerusalem

Wir nahmen noch einen letzten Blick auf die Altstadt von Jerusalem und fuhren dann durch das Westjordanland zum Wüstenort En Gedi am Toten Meer. Am späten Abend gingen wir mit unserem Guide ein Stück in die Wüste, um die Ruhe zu erleben und den klaren Sternenhimmel zu sehen. Gestört wurden wir dabei lediglich durch die Blitze eines Gewitters in der Ferne, die den Himmel immer wieder für kurze Zeit erhellten.

Freitag, 29.04.2011– Massada und Bad im Toten Meer

Unser erster richtiger Tag im Süden begann schon um halb vier in der Früh. Wir trafen uns mitten in der Nacht, um zur Festung Massada zu fahren, um dort den Sonnenaufgang zu erleben.

Nach einer circa halbstündigen Fahrt am Toten Meer entlang hielten wir auf einem Parkplatz in der Nähe der Festung Massada. Wir wollten sofort losgehen, um vor dem Sonnenaufgang noch ein paar ruhige Minuten auf der Festung zu verbringen. Doch da hatten wir uns geirrt! Wir mussten noch fast eine Stunde warten, um endlich losgehen zu dürfen, weil der Schlangenpfad (einer der zwei Wege zur Festung) noch geschlossen war. Die Wartezeit verbrachte dann jeder auf seine Art. Einige machten einen Spaziergang durch die Wüste, andere legten sich zum Schlafen in den Bus.

Massada: Sonnenaufgang über dem Toten MeerAls wir dann endlich losgehen konnten, teilte sich die Gruppe bei der ersten nennenswerten Steigung in mehrere Lager. Zum einen die, die den Weg auf die Festung genießen wollten, und zum anderen die, die die Ruhe und den sternenklaren Himmel auf der Festung erleben wollten. Nachdem auch die letzten ca. 500 Meter oberhalb des Parkplatzes angekommen waren, suchten wir uns den Platz mit der besten Aussicht, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Wir erlebten beim Palast des Herodes einen trotz der vielen Wolken wunderschönen Sonnenaufgang – hellgelb ging die Sonne recht rasch über dem Toten Meer auf. Anschließend führte uns Boaz durch die Festung und schlüpfte in die Rollen verschiedener Persönlichkeiten, die mit Massada verbunden sind. Dabei ging es vor allem um die Frage, was einem im Leben wichtig ist, für welche Werte man eintritt und welchen Preis man dafür zu zahlen bereit ist.

Auch für den Abstieg wählten wir den Schlangenpfad. Unten angekommen, machten wir ein Picknick.

Wadi Arugot

Um zwölf Uhr ging es dann schließlich weiter in ein Wadi nahe der Herberge im En-Gedi-Nationalpark. (Ein Wadi ist ein zeitweilig ausgetrocknetes Flussbett.) Die meiste Zeit wanderten wir durch das Flussbett, weil es ziemlich heiß war und wir uns so durch das Wasser etwas abkühlen konnten. Nach einer halben Stunde waren wir dann bereits an unserem Ziel: einem Wasserfall, der eine Rutsche in den Fels gespült hatte.

Nun fuhren wir direkt zum Toten Meer und badeten dort, was für die meisten wohl ein unvergessliches Erlebnis ist – ohne sich zu bewegen, treibt man wegen des hohen Salzgehalts (ca. 40 %) im Toten Meer.

Blick auf das Tote MeerAm späten Nachmittag kletterten drei von uns mit unserem sehr abenteuerlustigen Guide Boaz auf einen Berg, der hinter der Jugendherberge liegt. Sie genossen von dort oben die unbeschreibliche Aussicht.

Den Abend verbrachten wir an einem Lagerfeuer vor dem Gelände der Jugendherberge. Dort tauschten wir unsere Eindrücke aus und stellten uns gegenseitig unsere Erlebnisse und Entdeckungen auf dem Jerusalemer Markt vor.

Sonnabend, 30.04.2011– Kamelreiten

Negev: Der große KraterKamelreiten im NegevAm letzten Tag unserer kleinen Reise fuhren wir zunächst mit dem Bus durch die judäische Wüste, dann in den Negev zum Großen Krater. Dort stiegen wir auf einem Parkplatz aus, um einen kleinen Trip durch die Wüste zu unternehmen. Zum Kamelreiten fuhren wir in ein kleines Beduinendorf nahe Arad. Das Reiten auf den Kamelen – ungefähr eine Stunde – hat uns allen sehr viel Freude bereitet. Nach dem Ritt durch die Wüste ging es zurück nach Nahariya.

Sonntag, 01.05.2011– Israelischer Alltag

In der SchuleLiebermann-Haus: Stadtgeschichte NahariyasDer Sonntag begann, wie in Israel ganz normal, mit Schule. Wir hatten zwei Stunden Unterricht und danach ging es ins Liebermann-Haus. Das Liebermann-Haus ist ein Museum, das die Geschichte Nahariyas vorstellt: die ersten Siedler, ihr Leben und ihre Schwierigkeiten. Dort bekamen wir sogar eine Führung auf Deutsch.

Schulische Gedenkveranstaltung zum Jom HaschoaAnschließend ging es für die meisten von uns zum Essen in die Stadt und dann nach Hause, fertig machen für den Abend. Denn es war der Abend vor dem israelischen Holocaust-Gedenktag, deswegen gab es eine Gedenkveranstaltung der Schule mit Reden, Gesang und Tanz. Weiße Kleidung waren Pflicht, da dies die jüdische Trauerfarbe ist.

Montag,02.05.2011 – Yom Hashoa (Holocaust-Gedenktag)

Auch der Montag begann für uns mit Schule, jedoch gab es hier ein paar Besonderheiten: Fast die gesamte Schule war weiß gekleidet und um Punkt 10 Uhr fingen alle Sirenen des Landes zu heulen an. Man stand auf und gedachte der 6 Millionen Juden, die in der Shoa ermordet wurden.

Treffen mit Andreas MeyerUm kurz nach 10 trafen wir Andreas Meyer. Er ist ein Jude, der in Rheda wohnte und in Bielefeld das Gymnasium besuchte. Deutschland verließ er zusammen mit seiner Familie vor dem Holocaust, wanderte ins damalige Palästina ein und arbeitete dort als Schlosser. Das Gespräch mit ihm war sehr erfrischend, er sprach fließend Deutsch und hatte einen eindrucksvollen Humor. Als wir ihm zum Beispiel am Ende als Dankeschön einen Korb mit Ostersüßigkeiten (die natürlich dem Datum nach etwas verspätet waren) überreichten, sagte er ganz trocken: „Oh schön, ganz frisch!“

Dann hatten wir noch ein kurzes Gespräch mit drei jungen Soldaten, die an der Schule über die Armee informieren sollten. In Israel sind alle jungen Männer und jungen Frauen dazu verpflichtet, nach der Schule drei bzw. zwei Jahre in der Armee Dienst zu tun.

AkkoAm Nachmittag fuhren wir nach Akko. Wir die Grüne Moschee, die Kreuzfahrerspuren und besuchten das Türkische Bad. Auf dem Markt verpflegten wir uns.

Lochamei Hagetaot: Überlebende bei der Gedenkveranstaltung am Jom HaschoaAnschließend gingen wir im Kibbuz Lochamei Hagetaot (Kibbuz der Kämpfer des Warschauer Ghettos) in das Museum. Dort wird werden die Geschichte des Warschauer Ghettoaufstands, aber auch viele andere Informationen zur Shoa gezeigt.

Am Abend nahmen wir an einer großen Gedenkzeremonie teil, zu der Menschen aus ganz Israel kamen.

Dienstag, 03.05.2011 –CaesareaCaesarea und Tel Aviv-Yaffo
Am Dienstag fuhren wir bereits um 7 Uhr ab, diesmal ging es nach Caesarea, einer Hafenstadt, die Herodes gebaut hat. Dort bekamen wir eine Führung durch das noch ziemlich gut erhaltene Amphitheater, das heute wieder für Konzerte genutzt wird, am Meer entlang und schließlich auch in ein kleines Museum.
Anschließend fuhren wir weiter nach Tel Aviv, wo wir ziemlich viel Zeit zur freien Verfügung bekommen hatten. Die meisten gingen auf den Markt, auf dem Künstler ihr Kunsthandwerk zeigten.

Tel Aviv

Neben dem modernen Tel Aviv erlebten wir auch die besondere Atmosphäre des kleinen alten Ortes Yaffo, der mittlerweile mit Tel Aviv zusammengewachsen ist.
Der Abend wurde diesmal in kleineren Gruppen verbracht, einige guckten das Champions-League-Halbfinale, andere planten schon die Farewell-Party und wieder andere holten einfach ihren Schlaf nach. 

Mittwoch, 04.05.2011 – Nazareth, Tefen und Farewell

Nazareth: Die griech.-orth. GabrielkircheLesung aus Lk 1: Die Verkündigung an Maria und das MagnificatAm Mittwoch fuhren wir nach Nazareth, wo Jesus gelebt und gepredigt hat. Dort besuchten wir zwei verschiedene Verkündigungskirchen – die Orte, an denen Maria der Überlieferung nach erfahren hat, dass sie schwanger ist. Die erste war die griechisch-orthodoxe Gabrielkirche, sie war etwas kleiner, aber trotzdem sehr prunkvoll. Die zweite war die röm.-kath. Verkündigungskirche. Sie hatte einen sehr eigenwilligen Baustil, in unseren Diskussion kamen wir von „moderne Kunst“ bis „Autobahnbrücke“. 

Tefen: Museum der deutschsprachigen JudenAuf dem Weg nach Nahariya besuchten wir in Tefen das Museum der deutschsprachigen Juden sowie die Glasmanufaktur von Andreas Meyer und seinem Sohn.

Farewell-PartyIn der Aula der Schule fand die Farewell-Party statt – israelische und deutsche Schülerinnen und Schüler führten gemeinsam durch das Programm.

Farewell-Party: TanzgruppeEs wurden einige Reden gehalten, das Ganze wurde durch eine recht professionelle Tanz- und Gesanggruppe von israelischer Seite und eine Musikgruppe von deutscher Seite aufgefrischt. Anschließend gab es noch eine Disko in der Schule und man ließ den Abend am Strand ausklingen.

Donnerstag, 05.05.2011 – Der letzteTag

Nahariya: Empfang durch den BürgermeisterAn unserem letzten Tag in Nahariya wurden wir im Rathaus offiziell vom Bürgermeister empfangen. Es gab freundliche Worte und einen Austausch über aktuelle Fragen in Nahariya.

Nahariya: SchulbibliothekAnschließend ging es noch einmal in die Schule: Wir besuchten die sehr gut ausgestattete „Nofar-Junior-High“.

Am schönen Strand von Nahariya ließen wir unsere zwei Wochen Israel ausklingen. Abends stand dann die Abreise an.

Freitag, 06.05.2011Rückflug – Rückreise oder die Odyssee am Flughafen

Schon Donnerstagnachmittag hatte sich abgezeichnet, dass es am Flughafen technisches Schwierigkeiten geben würde, als wir erfuhren, dass viele Flugzeuge falsch betankt worden waren und es deshalb Verspätungen gab. Wir entschieden uns, trotzdem schon um acht Uhr loszufahren. Nach circa drei Stunden Fahrt kamen wir am Flughafen an und mussten feststellen, dass unser Flug erst am nächsten Tag um 12.30 Uhr gehen würde. Also gingen ein paar von uns zum Schalter unserer Fluggesellschaft und fragten nach, ob wir umgebucht würden oder zumindest irgendwo untergebracht werden würden. Letztlich improvisierten wir die Nacht auf dem Flughafen. Unser Flugzeug flog dann immerhin pünktlich ab und wir kamen ohne Zwischenlandung gegen 17.00 Uhr in Deutschland an, um 21.40 Uhr begrüßten uns unsere Eltern auf dem Bielefelder Hauptbahnhof.

Der Abschied von den Israelis war sehr emotional, wir hatten uns alle sehr gut verstanden und es hatten sich teilweise sehr enge Freundschaften gebildet.

Für uns war es eine Reise mit vielen, vielen interessanten Eindrücken und guten Begegnungen. Dankbar sind wir für die große Gastfreundschaft. Einige von uns planen schon den nächsten Besuch in Nahariya oder den Besuch ihrer israelischen Partner in Bielefeld.

 

Menora vor der Knesset

Menora vor der Knesset

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