| Das Sozialpraktikum des Ceciliengymnasiums |
|
|
| Geschrieben von Hartmut Fobel | |
1 EntstehungIm Jahr 2002 ging von Eltern unserer Schule die Initiative aus, ein Sozialpraktikum am Ceciliengymnasium einzurichten. Nach der Erörterung in den schulischen Gremien wurde die Einführung dieses Praktikums in der Jahrgangsstufe 11 mit großer Mehrheit beschlossen. Dazu gehörte die Konstituierung der für alle Interessierten offenen „Arbeitsgruppe Sozialpraktikum“, bestehend aus der Schulleitung und Vertreterinnen und Vertretern der Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft unter Vorsitz einer koordinierenden Lehrkraft. In anderthalbjähriger Vorarbeit wurde unter Einbeziehung der Erfahrungen anderer Bielefelder Gymnasien und beteiligter Fachleute der kooperierenden sozialen Einrichtungen (insbesondere der v. Bodelschwinghschen Anstalten und des Ev. Johanneswerks) ein Konzept erarbeitet und ab dem Schuljahr 2004/05 erstmalig umgesetzt. Die überwiegend guten bis sehr guten Erfahrungen unserer Schüler/innen bestärken uns darin, trotz des hohen organisatorischen Aufwands dieses Praktikum beizubehalten und weiterzuentwickeln. Es stellt inzwischen einen wichtigen Baustein bei der Werteerziehung und Persönlichkeitsbildung unserer Schüler/innen dar. 2 KonzeptDie Öffnung der Schule für soziale Institutionen soll Erfahrungen in einer außerschulischen Lebenswirklichkeit ermöglichen. Es geht beim Sozialpraktikum primär um persönliche Erfahrungen der Schüler/innen im Kontext einer sozialen Einrichtung und nicht um berufliche Orientierung, wenngleich es gelegentlich für Schüler/innen dazu führt. Zentrales Ziel dieses Praktikums ist es, – nach einer intensiven Vorbereitung in den Religions- und Philosophiekursen – kontinuierliche Begegnungen mit Hilfe bedürftigen Menschen zu ermöglichen und soziales Handeln zu üben. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden danach in diesen Kursen reflektiert und können zu verstärkter Selbstwahrnehmung und nicht zuletzt zu größerer Sensibilisierung und Verantwortungsbereitschaft für Mitmenschen führen. Wir entsprechen damit in besonderer Weise der nicht zuletzt von den christlichen Wurzeln unserer Schule herkommenden pädagogischen Grundorientierung unserer Schule, die als überfachlichen Schwerpunkt für die mittelfristige Schulentwicklung ausdrücklich „Werteerziehung mit sozialen Schwerpunktthemen“ nennt. 3 Vorbereitung und DurchführungDas 14-tägige Sozialpraktikum findet am Ende des 2. Schulhalbjahres statt. Die Vorbereitungsphase beginnt mit einer für die ganze Jahrgangsstufe verbindlichen Informationsveranstaltung am Anfang des 2. Halbjahres, bei der die Schüler/innen des vorangegangenen Durchgangs ihre Erfahrungen und Plätze vorstellen. Dabei entstehende Fragen werden dann in den Religions- und Philosophiekursen an Hand eines ausgegebenen Informationsheftes besprochen; zudem können sich die Schüler/innen um die in den Kursen direkt vorgestellten, vom Koordinator gesuchten Plätze bewerben, was grundsätzlich schon von Beginn des ersten Halbjahres an empfohlen wurde, und sich mit dem Ausfüllen des Bestätigungsschreibens durch die Einrichtung sichern. Außerdem werden in diesen Kursen damit verbundene anthropologische Fragen (z. B. „Was macht den Menschen aus?“) als mitlaufendes Thema in die jeweiligen Unterrichtseinheiten der Kurse eingebunden. Wer sich nicht selbst keinen Platz gesucht hat, nimmt nach vier Wochen am Wahlverfahren teil, bei dem Prioritäten für die vier Bereiche Senioren-, Behinderten-, Krankenhausarbeit oder Offene Sozialarbeit angegeben werden, um individuelle Fähigkeiten /Wünsche zu berücksichtigen. Nach der durch den Koordinator erfolgten Zuteilung der Schüler/innen zu den Plätzen folgt die Zuordnung aller in der Jahrgangsstufe unterrichtenden Lehrkräfte zu den Schülern/innen als Betreuungslehrer/innen. Danach findet ein gemeinsamer Vorbesuch der Betreuungslehrkraft und seines/r Schülers/in in der Einrichtung statt, wobei dort die so gen. Checkliste gemeinsam durchgegangen und ausgefüllt wird, um praktische Fragen im Vorfeld zu klären; ferner werden zur unmittelbaren Vorbereitung in den Religions- und Philosophiekursen in den letzten drei Wochen vor dem Praktikum möglichst konkret Erwartungen und denkbare Situationen durchgegangen (z. B. durch Sensibilisierungsübungen oder Einheiten aus dem Lernprogramm Lions-Quest). Während des Praktikums besucht die betreuende Lehrkraft die/den Schüler/in im Praktikum und ist auch bei auftretenden Fragen erste Ansprechpartnerin. Nach dem Praktikum werden die oft sehr nachhaltigen Erfahrungen in den Kursen gemeinsam ausgewertet. Von den Schülern/innen wird dann ein dreiseitiger Praktikumsbericht angefertigt, der von der Betreuungslehrkraft gelesen, aber nicht benotet wird. Im Rahmen eines v. a. die persönlichen Erfahrungen der Schülerin/des Schülers würdigenden Abschlussgesprächs wird der Praktikumsbericht dieser/m von der Betreuungslehrkraft zurückgegeben und als Anerkennung ein Zertifikat ausgestellt. |
| weiter |
|---|











