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Das Schülerbetriebspraktikum am Ceciliengymnasium Bielefeld Drucken E-Mail
Geschrieben von Ulrich Voss   
Fachbezug: Fächer Deutsch und Politik/Wirtschaft
Zielgruppe:  Jahrgangsstufen 8/9 (G8)
Zahl der teilnehmenden Schüler/innen: wechselnd, zwischen 115 und 145
Zahl der teilnehmenden Lehrkräfte: wechselnd, ca. 45 Lehrkräfte in den o. g. Jahrgangsstufen
Außerschulische Partner: Fa. Seidensticker GmbH, Sparkasse Bielefeld, AOK Bielefeld

1 Stellenwert, Ziele und Terminierung des Betriebspraktikums

Das zweiwöchige Schülerbetriebspraktikum ist in das Gesamtkonzept der Studien- und Berufswahlorientierung der Schule eingebettet, gibt Einblicke in die Arbeitswelt und trägt dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler Anforderungen und Belastungen im Berufsleben kennenlernen, ihre Eignungen genauer beurteilen und evtl. schon vorhandene Berufsvorstellungen vertiefen oder korrigieren können. Das Praktikum kann auch den Zugang zu einem Ausbildungsplatz oder einem Studium erleichtern. Da nach Beendigung des Praktikums ein längerer Bericht zu schreiben ist, wird auch die reflektierende Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt gefördert. Der Bericht übersteigt den Rahmen von bisher gehaltenen Referaten deutlich und dient somit ebenfalls als Vorbereitung der im ersten Jahr der Qualifikationsphase der Oberstufe anzufertigenden Facharbeit. Um den Stellenwert, den die Schule dem Praktikum beimisst, zu dokumentieren, erscheinen auf den Jahreszeugnissen Bemerkungen zur Qualität des Berichts nach festgelegten Bewertungsmaßstäben (siehe 4.1). Die Lehrkräfte, die die Schülerinnen und Schüler betreuen, legen die Note fest. Das Praktikum wird am Ende des ersten und/oder zu Beginn des zweiten Halbjahres der Jahrgangsstufe 9 durchgeführt.Das Praktikum im Schulahr 2011/2012 findet vom 30.01. bis 10.02.2012 statt.

2 Vorbereitung des Praktikums

2.1 Allgemeine Vorbereitung

Etwa ein Jahr vor Praktikumsbeginn wird die Jahrgangsstufe 8 in einer zentralen Veranstaltung über das Praktikum informiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen „Rückmeldebogen“ und Erläuterungen und Beispiele zu den zu erfüllenden Bedingungen sowie Informationen für die Erziehungsberechtigten und die Betriebe. Zur weiteren Information über die vielfältigen Praktikumsmöglichkeiten wird gleichzeitig mit der zentralen Veranstaltung eine Stellwand mit der Auflistung der Praktikumsplätze des letzten Jahrgangs in der Schule aufgestellt.

Im September/Oktober werden in den Jahrgangsstufen 8 und 9 auch Unterrichtsgänge zur Berufsinformationsbörse in Bielefeld durchgeführt, bei der die Schülerinnen und Schüler nach einer Einführungsveranstaltung mit Erkundungsaufträgen Befragungen bei verschiedenen Betrieben und/oder zu Berufsbildern – je nach Interessen – vornehmen. Die Ergebnisse werden im Unterricht vorgestellt. Auf der Berufsinformationsbörse bietet sich die Möglichkeit, erste Kontakte mit Betrieben hinsichtlich des Praktikums zu knüpfen.

2.2 Vorbereitung durch das Fach Politik/Wirtschaft

Im Fach Politik/Wirtschaft lernen die Schülerinnen und Schüler im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 9 im Rahmen des Unterrichtsvorhabens mit dem Thema „Arbeitswelt“ Veränderungen und Entwicklungen der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes, des Berufswahlverhaltens von Frauen und Männern sowie Faktoren der Beeinflussung des Berufswahlverhaltens kennen, ebenso die derzeitige Arbeitsmarktsituation und Zukunftsprognosen über die Arbeitswelt. Daneben wird erarbeitet, welche Unternehmensformen und -funktionen es gibt, wie Betriebe organisiert sind, wie man in seinem zukünftigen Betrieb eine Betriebserkundung durchführt und Informationen einholt, welche Rechte und Pflichten man als Praktikant/-in und wie man sich im Betrieb zu verhalten hat. Schließlich ist die Anfertigung des Praktikumsberichts Unterrichtsgegenstand: Formale, sprachliche und inhaltliche Vorgaben werden besprochen, insbesondere die darzustellenden Themen: Art und Geschichte des Betriebes, Hierarchie und Berufe im Betrieb, Mitbestimmung und Jugendvertretung, Arbeitsabläufe, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Darstellung des eigenen Arbeitsplatzes und der eigenen Tätigkeit, Möglichkeiten für die Gestaltung eines Schwerpunktthemas, Reflexion und kritische Stellungnahme zum Praktikum und Ergänzungen des Berichts durch eigenes Material.

2.3 Vorbereitung durch das Fach Deutsch

In der Jahrgangsstufe 8 lernen die S. u. S. im Rahmen des Unterrichtsvorhabens „Bewerbung“ die verschiedenen Bewerbungshürden kennen, die insbesondere Auszubildende zu durchlaufen haben: Informationsbeschaffungsmöglichkeiten zu Berufen und Betrieben, Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit Betrieben, Vorbereitung von Fragen für ein Telefongespräch mit Betrieben, Analysen von Stellenangeboten, Analysieren, Gestalten und Überarbeiten von Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschreiben, Lebenslauf) sowie das Erstellen von Bewerbungsunterlagen in eigener Sache. Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sind als Anlagen dem Praktikumsbericht hinzuzufügen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren außerdem etwas über Eignungs- und Intelligenztests, ermitteln Basisqualifikationen für Auszubildende und erarbeiten auf dieser Grundlage Fragen und Aufgaben von Arbeitgebern in Vorstellungsgesprächen. Vorstellungsgespräche werden durchgeführt, sprachliches und nicht-sprachliches Verhalten wird beobachtet und erläutert. Ein Bewerbungstraining wird auch mit außerschulischen Partnern (z. B. der Sparkasse Bielefeld, der AOK Bielefeld und der Firma Seidensticker GmbH) durchgeführt. Als Orientierungs- und Arbeitsmaterial sowie zur Dokumentation dient insbesondere der „Ceci-Ordner“ (ähnlich dem Job-Pass Bielefeld), den die Schülerinnen und Schüler erhalten.

3 Durchführung des Praktikums

Während des Praktikums bekommen die Schülerinnen und Schüler einmal Besuch von einer sie betreuenden Lehrkraft. Ein Gespräch mit der Betreuerin/dem Betreuer im Betrieb und der Praktikantin/dem Praktikanten wird geführt, die Tätigkeiten und Aufgaben der Praktikantin/des Praktikanten werden dargestellt, ein Zwischenfazit wird gezogen und evtl. bestehende Probleme werden angesprochen und nach Möglichkeit beseitigt. Für Rückfragen steht der Praktikumskoordinator zur Verfügung.

4 Evaluation des Praktikums

4.1. Beurteilung des Praktikumsberichts durch die Betreuungslehrkraft

Der Praktikumsbericht wird von der Betreuungslehrkraft gelesen und nach festgelegten Kriterien in einem Gutachten, das mit einem Bewertungssatz abschließt, beurteilt. Dieser wird als Bemerkung in das Jahreszeugnis der Klasse 9 übernommen (siehe 1).

4.2 Evaluation im Fach Politik/Wirtschaft

Die Schülerinnen und Schüler präsentieren in gekürzter Form ihre Betriebe und Praktikumserfahrungen und vergleichen betriebliche und schulische Anforderungen. Auch werden dabei die den Praktika zuzuordnenden Ausbildungsberufe und Berufsfelder von den Schülerinnen und Schülern vorgestellt. Die Vorbereitung des Praktikums im Unterricht sowie das Praktikum und sein Stellenwert werden beurteilt.

4.3 Evaluation im Fach Deutsch

Die Schülerinnen und Schüler lernen den Sinn von Arbeit generell und Arbeit/Arbeitsplätze der Vergangenheit kennen, sie formulieren Anforderungen an humane Arbeitsplätze und beurteilen vor diesem Hintergrund Arbeitserfahrungsberichte verschiedener Berufe und ihre eigene Tätigkeit im Praktikum. Die Schülerinnen und Schüler entwerfen Anforderungsprofile und Stellenangebote für ihre eigenen Praktikumsplätze. Schließlich werden die Schülerinnen und Schüler mit Arbeitszeugnissen und deren Besonderheiten bei Bewertungsformeln vertraut gemacht.