Beethoven, Strauß, Haydn, Sachertorte, prunkvolle Architektur und natürlich Sisi…
Hallo und Servus, Wien, Bio-LK und Musik-LK des Cecilien- und des Helmholtz-Gymnasiums kommen!
Kursfahrt nach Wien vom 05.10. bis zum 10.10.2009
Mit vollen zwei Stunden Verspätung (durch die Bahn, wir konnten nichts dafür) kamen wir, eine zusammengewürfelte Gruppe von angehenden Biologen und Musikern, völlig übermüdet und entnervt in Österreichs Hauptstadt Wien an. „Nur noch schlafen!“, war der Gedanke vieler, da man schließlich fast 12 Stunden Zug gefahren war. Nach kurzem Fußmarsch erreichten wir dann auch unser Domizil für diese eine Woche.
Zwischen Westbahnhof und netten Damen in aufreizenden Outfits lag unser
modernes, gut gepflegtes Hostel „Wombats“. Nach dem anstrengenden
Fußweg mit Koffern und einigen Meinungsverschiedenheiten bei der
Zimmerverteilung konnten nun endlich alle die Füße hochlegen und später
noch die Umgebung erkunden. Nach der frustrierenden Erkenntnis, dass
die umliegenden Supermärkte bereits um 19.30 Uhr geschlossen hatten,
begaben wir uns in die Hostel-Bar. Neben einer Happy-Hour verfügte die
Bar außerdem über einen Billard- und Kickertisch und eine große
Terrasse, die den Aufenthalt im „Wombats“ sehr angenehm gestalteten.
Auch die Zimmer, die jeweils über ein eigenes Bad mit Dusche und
Doppelstockbetten verfügten, waren sehr gemütlich und wer etwa zu Hause
Kosmetikartikel vergessen hatte, konnte sich mit Tampons, Rasierern und
Kondomen eindecken. An der 24 Stunden geöffneten Rezeption erhielt man
zudem allerlei Informationen zur Umgebung, zu Ausflugsmöglichkeiten und
kulturellen Highlights. So besuchten ebenfalls einige von uns den
Prater, was sich bei dem schönen, sommerlichen Wetter, das wir fast die
ganze Woche lang hatten, natürlich anbot.
Die Gästeküche des Hostels lud neben dem akzeptablen Frühstück zum
gemeinsamen Kochen und gemütlichen Abenden ein.
Von da an folgte eine Woche volles Programm quer durch Kultur, Musik
und Naturwissenschaften. Schon früh und spätestens bei der Stadtführung
(zu Fuß, wie es sich gehört) bemerkten wir eine Eigenart der Wiener:
einen leicht morbiden Charakter. Der Humor beim Thema Tod scheint hier
normal zu sein.
Komplett gegenteilig wirkte hier Wiens prunkvolle Architektur. Als
Konglomerat vergangener Jahrhunderte erstrahlt Wien noch heute mit
seinen Bauwerken im Glanz von Barock, Klassizismus, Jugendstil und
anderer Stilepochen. Allen voran der Stephansdom, der uns durch ein
Kursmitglied nähergebracht wurde.
Der Stadtführung folgte ein Besuch der Nationalbibliothek Wiens, deren
innere Aufmachung dem äußeren Anblick in nichts nachstand: Tausende
Bücher in hohen hölzernen Regalen, geschützt durch eine mit Fresken
gestaltete Decke.
Doch getoppt wurde das Ganze noch durch das legendäre Schloss
Schönbrunn mit seiner regelrecht gigantischen Gartenanlage.
Im
Palmenhaus informierten wir uns über Pflanzenschädlingsbekämpfung und
bewunderten Europas reichhaltigste Pflanzensammlung.
Anschließend besuchten einige Kursmitglieder das Sisi-Museum in der
Hofburg, erlebten den Mythos der legendären Kaiserin und bekamen einen
Einblick in ihre Lebensweise. Mit Audioguide und Fotoapparat wandelten
wir auf den Spuren vergangener Zeiten.
Derweil besuchten die anderen
das Technische Museum:
Das „Technische Museum“ ist ein riesiges Gebäude im Wiener Westen, das
sich durch seine moderne Bauweise stark von den bisherigen Prunkbauten
unterscheidet. Allgemein gesagt stellt es die Anfänge aller
Wissenschaften mit den dazugehörigen Weltbildern und Werkzeugen und
deren Entwicklung bis zum heutigen Tag dar.
Neben Prachtexemplaren von für die Menschheit wichtigen Erfindungen wie
der Dampfmaschine, dem Telefon, dem Dynamo, dem Auto, dem PC und dem
Herzschrittmacher finden sich immer wieder interaktive
Ausstellungsgegenstände für den Besucher, welche Abwechslung und
näheres Verständnis der doch manchmal fremd wirkenden Objekte bieten.
Die Breite der Themenbereiche und deren Aufgliederung in diesem großen
Gebäude, sowie die praktischen Möglichkeiten für den Besucher ließen
keine Langweile zu, sodass schließlich einzelne Schüler über die
Sprechanlage ausgerufen werden mussten.
Natürlich durfte auch die Sacher-Torte nicht fehlen. Im schicken Café
ließen wir uns diese schokoladige Kalorienbombe mit Wiener Melange oder
Kakao schmecken und genossen echte Wiener Kaffeehausatmosphäre.
Am Tag
darauf taten wir wieder etwas für unser Biologie-Verständnis. Ein
Besuch des Konrad-Lorenz-Instituts für Verhaltensforschung und des
veterinärmedizinischen Instituts stellte unsere Standhaftigkeit auf die
Probe. Fünf Stunden Führung zerrten trotz interessanten Inhalts an den
Nerven aller Bio-LKler. Highlight war jedoch der Besuch des
Hirschgeheges. Auf Tuchfühlung mit einem Hirsch zu sein machte diesen
Tag zu etwas Besonderen.
Abends gab es dann im Kunsthistorischen Museum eine Führung durch die
Bildergalerie, die dann einzelne Schüler noch privat ausweiteten.
Die Biologen hatten am nächsten Tag noch eine Führung in
Naturhistorischen Museum, welches dem Kunsthistorischen genau
gegenübersteht. Dort durfte der Bio-LK dann Charles Darwins Theorien
und sein Leben nachvollziehen. Es folgte ein Blick hinter die Kulissen
des Museums (Tausende Schädel samt Skeletten in hohen Regalen; O-Ton
der Führung: „Wir sind der zweitgrößte Friedhof Wiens“) und ein
unglaublicher Blick vom Dach aus rund 30 Metern Höhe über Wien.
Ein Besuch des Zentralfriedhofs und der Morgenarbeit der Lipizzaner in
der Spanischen Hofreitschule Wiens rundeten die Kursfahrt ab und
komplettierten die beeindruckenden Einblicke in die Wiener Kultur und
Geschichte.
Gesättigt mit Wiener Köstlichkeiten und ziemlich fußlahm („Kann man
seine Füße abnehmen und aufessen, damit es nicht mehr wehtut?“) traten
wir die Heimreise ins beschauliche Bielefeld an.
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