Unser Schülerreporter beim Kirchentag in Bremen stellt sein vorläufiges Programm vor
Da ich selbst als Schülerreporter auf Einladung des Landesausschusses Westfalen
des Deutschen Evangelischen Kirchentages und des Deutschen
Evangelischen Kirchentages in nunmehr sieben Tagen meine Reise zum
Kirchentag antrete, möchte ich an dieser Stelle einen kurzen
Vorausblick auf mein eigenes Kirchentagsprogramm gewähren. (Da eine
kleine Portion an Spontaneität zu jedem Kirchentag dazugehört, kann die
folgende Programmzusammenstellung natürlich nicht mehr als nur einen
vorläufigen Entwurf darstellen.)
Geistliches und mehr
Eine fast obligate Komponente des geistlichen Kirchentagsprogramms bildet das Angebot morgendlicher Bibelarbeiten an Donnerstag, Freitag und Samstag, die oft von bekannten Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Kultur gestaltet werden. Meine eigene Wahl fiel hierbei auf die jeweiligen Beiträge des Schriftstellers und Pfarrers i. R. Jörg Zink, des amerikanischen Predigers und Autors Jim Wallis, der auch außerhalb der USA insbesondere durch sein langjähriges, auch politisches Engagement gegen Armut und Krieg bekannt wurde, und schließlich des prominenten Bochumer Alttestamentlers Prof. Dr. Jürgen Ebach .
Darüber hinaus nehme ich natürlich auch am Eröffnungs- und am Schlussgottesdienst des Kirchentags teil – ersterer steht diesjährig unter dem Motto „Jonas Wahl“, letzterer ist mit einer Antwort auf die Mottofrage des Kirchentages („Mensch, wo bist du?“, ein Zitat aus 1. Mose 3, 9) betitelt – „Hier und jetzt“.
Kulturelles
Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst am Mittwoch lädt Bremen und umzu zum Abend der Begegnung, einem großen Straßenfest mit viel kulturellem wie kulinarischem Lokal- und Regionalkolorit, ein; Veranstaltungsort ist die Bremer Innenstadt zwischen Wallanlagen, Weser und Marktplatz. Ein umfassendes Bühnenprogramm und verschiedene Mitmachaktionen ermuntern zum Feiern mit den Gastgebern.
Am Freitagabend folgt die „Nacht der Poesie“ als nur eines von vielen lohnenswerten Kulturereignissen des Kirchentags. Am Samstagnachmittag führt schließlich das in Bremen beheimatete Theatrium Figurentheater das Bühnenstück „Oskar und die Dame in Rosa“ nach der berühmten Erzählung Eric-Emmanuel Schmitts auf.
Workshops, Podien, Diskussionen
Der Deutsche Evangelische Kirchentag versteht sich auch als Diskussionsforum, als regelrechte Zeitansage. In diesem Sinne beschäftigt er sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und Diskussionen. Am Donnerstag besuche ich einen eher ungewöhnlichen Workshop dieser Ausrichtung: Das Service- und Begegnungszentrum Kirchentag Barrierefrei bietet vormittags einen Schnupperkurs im Erlernen lautsprachbegleitender Gebärden an und gewährt somit besonders lebensnahe Einblicke in den Alltag von Menschen mit Hörschädigung. Am Nachmittag folgt eine Veranstaltung des Zentrums Bibel, bei der unter dem Titel „Was steht geschrieben? – Die Bibel als Medizin gegen Fundamentalismus“ umfassend über christlich-fundamentalistisches Schrift- und Glaubensverständnis informiert wird.
Den nachfolgenden Freitag widme ich verstärkt schwierigen Themen von internationaler, politischer, gesellschaftlicher, aber auch moralischer Relevanz – „Wirtschaftsmotor Rüstung – Neue Waffen für neue Kriege?“ (Zentrum Welthandel) sowie „Globalisierung – und wo bist du? – Handlungsempfehlungen angesichts der globalen Krisen“ (eine Veranstaltung des Zentrums Afrika).
Am Samstag schließlich informiert das Forum Medizin- und Bioethik über „Medizin bei knappen Kassen – Wie begrenzen wir medizinische Leistungen?“. Im Anschluss besuche ich den traditionsreichen „Markt der Möglichkeiten“, ein Messeevent, das verschiedensten Gruppen aus Deutschland und aller Welt Ausstellungs- und Aktionsraum bietet (Übersichten hier: 1, 2, 3).
Musik
Es dürfte nicht leicht sein, sich als Gast des Kirchentags dessen vielfältigen musikalischen Angebotes zu entziehen; Musik begleitet den Kirchentag an vielen Orten, auch abseits der großen und kleinen Bühnen, etwa im Rahmen der morgendlichen Bibelarbeit oder, wenn zur Mittagszeit zum offenen Singen mit dem kirchentagseigenen Liederbuch „FundStücke“ eingeladen wird. Dennoch gehören zu einem Kirchentagsprogramm auch Konzerte der verschiedenen, zum Teil wohlbekannten Musikerinnen und Musikern des Kirchentages: Gleich am Donnerstagabend steht wohl eines der prominentesten Konzerte des gesamten Kirchentages an: Die spätestens seit 2001 allseits bekannten „Wise Guys“ aus Köln geben auf der Bremer Bürgerweide nicht nur ihren Kirchentagsmottosong „Mensch, wo bist du?“, sondern auch Stücke ihres aktuellen Albums „Frei!“ zum Besten. Der Auftritt des Vokalensembles auf dem Kirchentag hat bereits eine (wenn auch junge) Tradition – 2007 strömten über 70.000 Zuhörerinnen und Zuhörer zum Konzert auf den Poller Wiesen in Köln.
Bereits am Donnerstagnachmittag widme ich mich allerdings einem musikalischen Beitrag der anderen Art: Der Auftritt der in Bremen heimischen Jungband „Sinfinity“ – Genrevertreter des Progressive Rock – auf der Newcomerbühne bietet nicht nur jungen Ohren Stücke spezieller Natur und steht damit für die beeindruckende musikalische Vielfalt des Kirchentages.
Den konzertanten Ausklang des Kirchentages liefert eine der wohl populärsten christlichen Bands Deutschland: Die Gruppe „Ararat“ aus Baden-Württemberg ist schon seit den 80ern bekannt für ihren energiereichen Deutschrock mit ausdrucksstarken Texten – auf dem 32. Evangelischen Kirchentag spielt sie unter anderem am Samstagabend in unmittelbarer Nähe zum Weserufer.
In diesem Sinne freue ich mich bereits auf einen spannenden, aktionsreichen, bisweilen auch besinnlichen Kirchentag in Bremen.
Aus Bremen werde ich hier auf der Homepage aktuell berichten.
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