| Israel-Austausch 2008 |
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| Geschrieben von Elena Ewering und Johanna Spilker | |||||||||||||||||||||
Besuch von Schülerinnen und Schülern aus Nahariya (13. bis 27. Oktober 2008)
Zwei Teilnehmerinnen des Austauschs, Elena Ewering (Helmholtz-Gymnasium) und Johanna Spilker (Ceciliengymnasium), haben einen Bericht über die gemeinsame Zeit geschrieben. Montag, 13.10.2008 Nachdem der Abschied von unseren Austauschpartnern im März sehr schmerzlich gewesen war, freuten wir Schüler uns schon seit Wochen auf die Ankunft „unserer“ Israelis. Am Montag war es dann endlich so weit: Um 4.30 Uhr trafen sich einige von uns deutschen Schülern, um unsere Besucher am Flughafen zu empfangen. Ihr Flugzeug aus Tel Aviv landete um 8.50 Uhr in Amsterdam. Dort wurden sie von der Delegation freudig begrüßt und mit einem Lunchpaket versehen.
Dienstag, 14.10.2008 Am Dienstagmorgen nahmen wir die ausgeschlafenen Israelis dann für die ersten beiden Stunden mit in unsere Klassen, wo sie einen kleinen Einblick in das deutsche Schulleben bekamen. In der ersten großen Pause wurden diejenigen, die bei Schülern des Helmholtz- oder Ceciliengymnasiums untergebracht waren, im Lehrerzimmer des Cecilienymnasiums durch Frau Bratvogel begrüßt. Sie hielt eine kurze Rede, Tom Tölle dolmetschte. Anschließend erhielt jeder Israeli ein kleines Erinnerungspräsent an das Ceci.
Danach hatten sie noch ein wenig freie Zeit in der
Stadt, was immer besonders begrüßt wurde, bis sie sich um 15.15 Uhr zu
einer Führung durch die Sparrenburg einfinden mussten. Hier kamen auch
die übrigen deutschen Schüler hinzu. Nach einem Rundgang durch die
Katakomben, der auf Englisch erklärt wurde, gab es noch die
Möglichkeit, auf den Turm zu steigen und Bielefeld von oben zu
fotografieren, was viele begeistert wahrnahmen. Ab ca. 16.30 Uhr hatten wir dann Freizeit. Für die Israelis war natürlich keine Frage, was sie machen wollten: shoppen gehen! Also machte sich ein Großteil der Gruppe zu Fuß auf den Weg in Richtung Stadt, ein recht zeitaufwändiges Unternehmen. Anschließend ging es für viele noch zum Bowlen. Mittwoch, 15.10.2008
Donnerstag, 16.10.2008
Ab der 7. Stunde hatten wir den ganzen Nachmittag Freizeit. Also begaben wir uns in die Stadt. Freitag, 17.10.2008
Danach hatten wir noch etwas Zeit am Brandenburger Tor und fuhren dann zu unserem Jugendgästehaus. Sonnabend, 18.10.2008
In der Oranienburger Straße beeindruckt die Neue Synagoge. Im Centrum Judaicum wurde gerade eine Ausstellung über die Jeckes gezeigt – auf dem Ausstellungplakat erkannten wir gleich den Wasserturm von Nahariya. Über die Museumsinsel gelangten wir schließlich zum Berliner Dom. Dort durften wir uns selbständig bewegen. Neben dem Besteigen der Kuppel hatten wir außerdem die Möglichkeit, eine Andacht zu besuchen.
Nach den einzelnen Führungen hatten wir Zeit, das Museum auch noch einmal allein zu besichtigen.
Vor dem Abendessen gingen wir der Lieblingsbeschäftigung vieler Mädchen (und besonders der israelischen Mädchen) nach, dem Shoppen in einem Einkaufszentrum. Sonntag, 19.10.2008
Am Sonntagmorgen machten wir eine Stadtrundfahrt.
Wir kamen an vielen wichtigen Orten vorbei und sind an manchen
auch ausgestiegen, wie zum Beispiel am Potsdamer Platz oder an einem
größeren Stück der Berliner Mauer, der East Side Gallery.
So waren alle glücklich und zufrieden und begeistert von den akrobatischen, tänzerischen sowie gesanglichen Leistungen der Akteure. Montag, 20.10.2008Nachdem wir unsere Herberge ordentlich hinterlassen und alle Koffer in dem Bus verstaut hatten, fuhren wir zur Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Dort wurden wir wieder in zwei Gruppen aufgeteilt und durch die verschiedenen Räume geführt. Am Ende gab es mit allen eine Gesprächsrunde, bei der wir Fragen stellen, Anmerkungen machen und uns über das Erlebte austauschen konnten. In diesem Gespräch ging es besonders um die deutsch-jüdische Geschichte und den Umgang mit ihr – in Deutschland und in Israel.
Am frühen Nachmittag hatten wir in Berlin Freizeit am Kurfürstendamm. Dann fuhren wir nach Erfurt, wo wir am Abend ankamen und in der Jugendherberge übernachteten.
Dienstag, 21.10.2008
Nach der Mittagspause machten wir uns auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Dort hatten wir zunächst eine Begleitung und sahen so das Gelände und die noch erhaltenen Gebäude.
Nach dieser Führung hielten wir eine Gedenkfeier ab. Im Voraus gab es zu der Art, wie diese Feier gestaltet werden sollte, unterschiedliche Ansichten. So, wie wir sie nun gemeinsam mit den israelischen Schülerinnen und Schülern gestalteten, war sie zwar sehr traurig, aber dennoch war es eine eindrucksvolle Feier, die uns allen immer in Erinnerung bleiben wird.
Am späten Nachmittag machten wir uns mit dem Bus wieder auf in Richtung Bielefeld. Insgesamt war diese Fahrt ein wunderbares Unternehmen, bei dem wir sehr viel gelernt und dazu in Berlin noch eine Menge Spaß gehabt haben. Mittwoch, 22.10.2008Nachdem wir die ersten vier Stunden Unterricht nach Plan hatten, trafen sich zur 5. alle im Heeper Gymnasium, um – entweder auf Deutsch oder Hebräisch – einen Film über die Geschichte Nahariyas zu sehen, der auch auf dem Heimweg noch viel Gesprächsstoff lieferte, da unsere Austauschpartner uns auch von im Film nicht genannten Aspekten erzählen konnten und durch Erzählungen ihrer Vorfahren noch weitaus differenzierter und anschaulicher berichten konnten. Um 15 Uhr trafen sich alle Israelis und die Deutschen, die Zeit und Lust hatten, vor dem Ishara, um gemeinsam schwimmen zu gehen. Den Abend hatten wir zur freien Verfügung, und da die Geschäfte zum Leidwesen unserer Gäste jeden Moment schließen würden, organisierten wir (mit ihrer tatkräftiger Unterstützung) Treffen untereinander. Für die Eltern der gastgebenden Schülerinnen und Schüler fand am Abend in Heepen ein Treffen mit den israelischen Lehrerinnen sowie den deutschen Kolleginnen und Kollegen statt. Dabei ging es um Jugendliche in Deutschland und Israel, die jeweilige schulische Situation und das Alltagsleben in Israel. Herr Dr. Kreppel gab bei dieser Gelegenheit einen Rückblick auf den bisherigen Austausch und zeigte mögliche Perspektiven für die Zukunft auf.
Donnerstag, 23.10.2008
Da der geplante Besuch der neuen Bielefelder Synagoge an der Detmolder Straße leider ausfallen musste, hatten wir den Rest des Tages Freizeit, was natürlich für viele Shoppen bedeutete. Auch wenn das nicht unbedingt unserer Vorstellung eines schönen Nachmittags entsprach, war es doch auch möglich sich zu entspannen, da wir mit den Israelis Zeit und Treffpunkt abmachen und sie dann alleine lassen konnten. Außerdem wollten wir ihnen einen schönen Aufenthalt nach ihren Wünschen bieten, so wie sie es auch bei uns getan hatten. Freitag, 24.10.2008
Um 13.45 Uhr konnten wir sie dann in Heepen wieder treffen. Anschließend ging es für viele abermals in die Stadt, da sich der Aufenthalt langsam, aber sicher seinem Ende zuneigte und noch die letzten Geschenke gekauft werden mussten. Um 18 Uhr trafen wir uns dann mit den Lehrern zu einer Feedbackrunde im Heeper Gymnasium, wo jeder seine Meinung über die letzten beiden Wochen sagen, loben und Vorschläge für Verbesserungen machen konnte.
Nach dem Essen ließen wir Schüler Luftballons mit Wunderkerzen steigen. Danach war die Veranstaltung für die Eltern beendet, die Schüler blieben noch zur Disco.
Sonnabend, 25.10./ Sonntag, 26.10.2008 Weil die Farewell-Party schon am Freitag stattgefunden hatte, hatten wir nun das ganze Wochenende zur freien Verfügung. Viele unternahmen etwas mit ihren Familien, andere taten sich mit mehreren Familien zusammen, gingen beispielsweise essen oder zeigten den israelischen Gästen Teile von Bielefeld (oder auch anderen Städten), die sie für interessant hielten, die aber beim bisherigen Programm nicht vorgekommen waren. Montag, 27.10.2008 Schließlich war der Tag gekommen, den wir alle schon insgeheim gefürchtet hatten. Nachdem uns „unsere“ Israelis in den letzten 2 Wochen noch mehr ans Herz gewachsen waren als während unserer Zeit in Nahariya und wir uns alle besser kennen gelernt hatten, war es nun an der Zeit, Abschied zu nehmen – und diesmal würde es keinen sicheren Gegenbesuch geben, mit dem man sich trösten konnte. Deshalb flossen viele Tränen, bevor der Bus mit unseren Austauschpartnern um 5 Uhr morgens unseren Blicken entschwand und zurück nach Amsterdam fuhr, von wo unsere Gäste nach Tel Aviv zurückflogen.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Austausch Bielefeld-Nahariya
ein einmaliges, unvergessliches Erlebnis war, von dem bestimmt jeder
Teilnehmer sein Leben lang etwas hat. Auch wenn viele die Zeit in
Israel als noch interessanter empfunden haben als den Besuch hier in
Deutschland, waren doch auch diese zwei Wochen sehr schön – wenn auch
nicht unanstrengend.
Es hat Spaß gemacht, den Israelis ein Stück
der Gastfreundschaft zurückzugeben, die wir bei ihnen erfahren durften.
Es sind interkulturelle Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch
lange bestehen werden. Und wer weiß, vielleicht wird es ja in den
Ferien noch weitere gegenseitige Besuche geben!
Vor Schloss Sanssouci
שלום ולהתראות
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