| Sommerakademie zur Mehrsprachigkeit |
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| Geschrieben von Julia Hülk | |
Bericht von einer Tagung am Goethe-Institut Kairo
Ich behaupte, dass das Kind, noch bevor es begonnen hat, Englisch zu lernen, bereits ein Sprachlernprofi ist! Es ist handlungsfähig in zwei Sprachen und kennt viele Strategien, sich etwa die Bedeutung von Wörtern und Ausdrücken zu erschließen. Außerdem kennt es Begrüßungsrituale im Deutschen und – sagen wir einmal – Polnischen, hat also eine interkulturelle Kompetenz. Vergleichbare Sprachlernsituationen existieren auch in Marokko, wo so gut wie alle Schulkinder mit der französischen und der arabischen Sprache und einige auch mit dem Berberischen aufwachsen und auf Französisch und Arabisch in der Schule unterrichtet werden. Wie gehen die unterschiedlichen Länder mit diesem Reichtum an Sprachkenntnissen ihrer Jugend um?
Um die europäische Mehrsprachigkeit zu verwirklichen und die bereits vorhandene Mehrsprachigkeit vieler Jugendlicher in Europa zu stärken, werden an europäischen Schulen verschiedene inhaltliche, methodische und didaktische Wege gegangen. Im bilingualen Sachfachunterricht werden etwa historische Ereignisse in einer anderen als der Landessprache angeboten. Neben der Erweiterung der sprachlichen Kompetenz erfahren die Lerner ebenfalls eine weitere inhaltliche Deutung des Geschehenen in der jeweiligen nationalen Geschichtsschreibung. Europaschulen arbeiten mehrsprachig und interdisziplinär mit ihren europäischen Partnerschulen an Projekten, wie beispielsweise dem Thema ‚Brücke’. Das europäische Portfolio der Sprachen ist ein Instrument, um sprachliche Kompetenzen in einem international vergleichbaren Rahmen zu beschreiben. Außerdem dokumentiert es, auf welchem Niveau jemand in einer Sprache schreiben, sprechen und lesen kann und wie gut er gesprochene Sprache versteht. Der Sprachunterricht am Ceciliengymnasium orientiert sich schon seit einigen Jahren am europäischen Referenzrahmen und wir haben einen mehrsprachigen Sprachunterricht Englisch/Französisch in Klasse 5 bereits erprobt, unterstützt durch eine enge Kooperation mit unserer Partnerschule, dem Collège-lycée La Malgrange in Nancy (Frankreich). Unsere europäischen Projekte in der Musik mit dem Miina-Härma-Gymnasium in Tartu (Estland) belegen eine erfolgreiche mehrsprachige inhaltliche Arbeit im europäischen Rahmen. Für die Etablierung einer mehrsprachigen Klasse stehen didaktisch-methodische Konzepte bereit wie etwa das europäische Portfolio der Sprachen als Lernbegleiter der mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler.
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